Die Ausstellung zeigt die Geschichte zum größten und modernsten Panzerwerk des 3. Reiches.
Das bislang oft übersehene Kapitel der regionalen NS-Zeit soll hier sichtbar gemacht werden und das Gedenken an die Opfer soll bewahrt werden. Die Ausstellung bietet einen offenen Zugang zu historischen Fakten und neuen historischen Erkenntnissen für die gesamte Bevölkerung.
Ergebnis des PAG-Umlaufbeschlusses am 22. Juli 2025
16 PAG-Mitglieder haben abgestimmt, die Beschlussfähigkeit ist somit gegeben. Die durchschnittlich vergebene Punktezahl der 16 PAG-Mitglieder liegt bei 79,44 von möglichen 110 Punkten (mindestens 70 Punkte), das Projekt gilt somit als angenommen.
Codename: Spielwarenfabrik – ein Ort des Erinnerns, Lernens und Verstehens
Mit der Ausstellung „Codename: Spielwarenfabrik“ entsteht in St. Valentin ein wichtiger Ort der regionalen Erinnerungskultur. Im Mittelpunkt stehen das KZ-Nebenlager und Zwangsarbeiterlager St. Valentin, die Entstehung des Nibelungenwerks sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in der NS-Zeit. Durch Bilder, Zeitzeugenberichte, Exponate, ein Modell des Werkes und den gleichnamigen Film von Martina Hechenberger und Thomas Hackl werden bislang oft übersehene Kapitel der lokalen Geschichte sichtbar gemacht.
Warum ist das Projekt wichtig?
Die Geschichte des Nibelungenwerks und der damit verbundenen Lagerstandorte ist ein bedeutender, aber sensibler Teil der regionalen Vergangenheit. Das Projekt schafft einen würdevollen Rahmen, um diese Geschichte öffentlich zugänglich zu machen und das Gedenken an die Opfer von KZ-Außenlager und Zwangsarbeit in St. Valentin zu bewahren.
Gerade im Umfeld der Niederösterreichischen Landesausstellung 2026 leistet die Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Mensch, Gesundheit, Gesellschaft und Verantwortung. Sie zeigt, dass Geschichte nicht abstrakt ist, sondern direkt vor Ort stattgefunden hat – und dass daraus ein Auftrag für Erinnerung, Bildung und Dialog entsteht.
Was soll dabei herauskommen?
Kurzfristig entsteht im Postnebengebäude in St. Valentin eine Ausstellung, die historische Fakten, persönliche Schicksale und regionale Zusammenhänge sichtbar macht. Die Räumlichkeiten werden dafür neu gestaltet und als barrierefreier Ausstellungsort nutzbar gemacht.
Mittelfristig soll „Codename: Spielwarenfabrik“ als außerschulischer Lernort etabliert werden. Schulklassen, Jugendgruppen, interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Region sollen die Möglichkeit erhalten, sich fundiert und verständlich mit der Geschichte des Standorts auseinanderzusetzen.
Langfristig soll die Ausstellung die Erinnerungskultur in St. Valentin und in der Region stärken. Sie soll Wissen bewahren, historische Verantwortung sichtbar machen und den Dialog zwischen Generationen, Betroffenen, Angehörigen, Bevölkerung und Besucherinnen und Besuchern fördern.
Wer soll damit angesprochen werden?
Angesprochen werden vor allem Bürgerinnen und Bürger aus St. Valentin und der Region, Schulklassen, Jugendgruppen, historisch interessierte Gäste, Touristinnen und Touristen sowie Betroffene und deren Angehörige. Besonders auch für Besucherinnen und Besucher der Niederösterreichischen Landesausstellung 2026 entsteht ein zusätzlicher Ort, der regionale Geschichte vertieft und einen ernsthaften Beitrag zur Gedenkkultur leistet.
Worin besteht die Herausforderung?
Die größte Herausforderung liegt darin, ein schwieriges und belastetes historisches Thema würdevoll, sachlich und zugleich zugänglich zu vermitteln. Die Ausstellung muss Fakten klar darstellen, Opferperspektiven respektvoll sichtbar machen und gleichzeitig einen Zugang schaffen, der auch für junge Menschen verständlich und relevant ist.
Zugleich gilt es, die regionale Geschichte nicht zu vereinfachen, sondern ihre Vielschichtigkeit aufzuzeigen: die industrielle Entwicklung, die Rolle des Nibelungenwerks, die Zwangsarbeit, die Lagerstrukturen, die Lebensbedingungen, die Bombardierung und die Verlegung der Fabrik in Stollen.
Wie kommt das Projekt zum Fliegen?
Das Projekt kommt dann zum Fliegen, wenn „Codename: Spielwarenfabrik“ nicht nur als Ausstellung, sondern als aktiver Erinnerungs- und Lernort verstanden wird. Dafür braucht es eine klare Vermittlung, gute Zusammenarbeit mit Schulen, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie eine sensible Kommunikation gegenüber Bevölkerung, Gästen und Angehörigen.
Entscheidend ist, dass die Ausstellung Wissen zugänglich macht, Erinnerungskultur stärkt, persönliche Geschichten sichtbar werden lässt und zum Gespräch anregt. So kann sie über die Landesausstellung hinaus Wirkung entfalten und dauerhaft ein wichtiger Bestandteil der regionalen Geschichtsvermittlung bleiben.
Projektträger:in:
Stadtgemeinde St. Valentin
Projektstandort:
Postnebengebäude, Westbahnstraße 31, 4300 St. Valentin
Projektleitung:
Stadtgemeinde St. Valentin, Birgit Seiler, Kulturstadträtin St. Valentin
Beteiligte Partner:innen:
Valentinmuseum, Uta Matschiner, Historiker Josef Reisinger
Umsetzung:
Start der Umsetzung im August/September 2025, Bauzeit rund 2,5 Monate
Eröffnung:
19. September 2025
Barrierefreiheit:
Ja
Fördersatz:
Weiterführende Informationen:





















